Winsen(Luhe)

Wo die Luhe die Elbmarsch erreicht, liegt zwischen Hamburg und Lüneburg die Stadt Winsen (Luhe). Seit mehr als 850 Jahren ist sie historisch belegbar, das Schloss schon mehr als 700 Jahre. Als Johann Peter Eckermann (Freund von Goethe) hier 1792 geboren wurde, lebten 1000 Menschen in diesem noch kleinem Ort. Heute zählt die Stadt mit Ihren Ortsteilen  über 33 000 Einwohner.

Winsen - 850 Jahre Geschichte

In einer Urkunde des Stifts Bardowick, unterzeichnet von Bischof Hermann von Verden am 21. Mai 1158, wird die Stadt Winsen erstmalig erwähnt. Die Ortschaft Winhusen, so steht auf Latein zu lesen, müsse die traditionelle Steuer (den Zehnten) an das Stift abführen. Dieses Datum wird zur offiziellen Geburtsstunde Winsens erklärt. 850 Jahre Stadtgeschichte haben sichtbare Spuren in Winsen hinterlassen. Einige erhaltene historische Gebäude prägen Winsens Stadtbild wirkungsvoll. Die Kirche St. Marien, das Winsener Schloss oder der Marstall zeugen von der Vergangenheit.
Eine 1299 von Herzog Otto unterzeichnete Urkunde lässt auf die Existenz des Winsener Schlosses bereits zu dieser Zeit schließen. Von 1593 bis 1617 diente das Schloss der Witwe Herzog Wilhelms, Herzogin Dorothea, als Altersruhesitz. Danach war es Amtshaus, heute Sitz des Amtsgerichts.
Mit dem Bau der zweischiffigen gotischen Marienkirche in der Ortsmitte begannen die Franziskanermönche um 1400. Mehr als ein Jahrhundert später, 1528, vernichtet ein Feuer die Stadt. Nur das Schloss, die Kirche und das Kloster bleiben erhalten. Herzog Ernst veranlasst, dass die Mönche aus der Stadt fortgehen. Winsen hat sich der Reformation angeschlossen und wird evangelisch.
Ein weiteres historisches Bauwerk in Winsen ist der Marstall gegenüber dem Rathaus. Um 1599 muss er entstanden sein. Diese Jahreszahl ist auf einem Gebäudebalken erkennbar. Heute beherbergt der Marstall das Museum der Stadt. Früher diente er als Pferdestall und Kornspeicher
Die Dänen erobern die Stadt 1627 und brennen sie nieder. Es folgen schwedische Truppen, die die Stadt bis 1637 besetzen. Im Siebenjährigen Krieg, 1757, hält der französische Marschall Richelieu Winsen besetzt.
Im September 1792 wird in der Marktstraße der berühmteste Sohn Winsens geboren, Johann Peter Eckermann. Der machte sich 1823 auf den Weg nach Weimar, wo er Mitarbeiter und Vertrauter Goethes wird. Mit seinem mehrere Bände umfassenden Werk "Gespräche mit Goethe" hat Eckermann sich seinen Platz in der Literaturgeschichte geschaffen. Er stirbt 1854 in Weimar.
Die Eisenbahnlinie Hannover Harburg bekommt auch einen Haltepunkt in Winsen. 1847 wird der Winsener Bahnhof eröffnet. Elf Jahre später entstehen in Bahnhofsnähe die ersten Gewerbeanlagen, beispielsweise Eppens Papierfabrik, die bis 1965 bestand.
Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs besetzten englische Truppen im April 1945 Winsen. Im November 1948 gab es die ersten freien Gemeindewahlen. Dr. Fritz Broistedt wird von den Abgeordneten zum Bürgermeister gewählt.

Heute ist Winsen Kreisstadt und hat rund 33 000 Einwohner. 2004 fand die erste Direktwahl eines hauptamtlichen Bürgermeisters statt. Die parteilose Angelika Bode gewann die Wahl und trat am 1. Juli 2005 ihre fünfjährige Amtszeit an. Das Jahr 2006 stand ganz im Zeichen der Niedersächsischen Landesgartenschau, die in Winsen stattfand. 
Im Jahr 2008 feierte die Stadt ihren 850. Geburtstag und war Gastgeber des Tages der Niedersachsen.

 


Unser Schloss Erbaut ca. 13. Jahrhundert
 Durch eine Urkunde, die Herzog Otto im 13. Jahrhundert   
unterzeichnete wurde das Schloss zum ersten mal erwähnt. 

Seit mehr als 700 Jahren erhebt sich an der Luhe das Schloss. Ein wichtiger Handelsweg führte in unmittelbarer Nähe zum Übergang über die Elbe bei Hoopte. Ihn zu sichern war eine der Aufgaben des Schlosses. 1593 bezog Herzogin Dorothea das Schloss als Witwensitz. Im Jahre 1617 verstarb die Herzogin Dorothea. Fortan war das Schloss Verwaltungssitz.


Der Marstall Erbaut 1599

Zum Schlossbereich gehört auch der Marstall. Das heutige Gebäude,  das 1599 vollendet war, ließ Herzogin Dorothea bauen. Nach Ihrem Tode diente der Marstall zahlreichen Zwecken und begann zu verfallen. 1899 erwarb die Stadt den ansehnlichen Bau. Ein Gebäude das zu verfallen drohte. Inzwischen ist nach gründlicher Restaurierung daraus ein Schmuckstück geworden. Am 09.06.1989 konnte das Haus eröffnet werden. Die Stadtbücherei, das Museum und ein Café fanden hier ihr neues Domizil.   


Unser Rathaus Erbaut 1896

Das Rathaus, ein repräsentatives Gebäude im Stil der Gründerjahre, entstand 1896 am Schlossplatz. Außer der Verwaltung waren darin die Dienstwohnung von Bürgermeister von Somnitz und eine Gaststätte untergebracht. Wohnung und Ratskeller verschwanden später zugunsten der Ämter, die immer mehr Platz benötigten. 1990 wurde der neue Anbau bezogen. Beide Teile sind durch eine Bürgerhalle mit einander verbunden.  


Blaufärber/Bürgerhaus Erbaut 1585

Das Blaufärberhaus in der Luhestraße gilt mit Recht als das schönste Gebäude in der Altstadt. Es wurde nach dem Brand von 1585 erbaut. Der reich verzierte Giebel übertrifft alle Bauten in der Nachbarschaft. Lange war der Giebel, da er sich in einem schlechtem Zustand befand, verschalt. Der Giebel wurde 1990 erneuert. 

Zeittafel: Winsen in Zahlen (Geschichte)

Die Geschichte von Winsen   


Luftbild von Winsen (Luhe)